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Was ist Knoblauch?

Knoblauch (lat.: Allium sativum) ist immer mehr gewesen als nur ein Gewürz. Er hat eine lange Geschichte: Die alten Griechen und Ägypter verehrten ihn sehr, er löste den ersten bekannten Arbeitsstreik aus, auf ihn wurden heilige Eide geschworen, man benutzte Knoblauch als harte Währung, als Abwehr gegen die Pest und den bösen Blick, zur Feststellung von Schwangerschaft, und man sagte ihm nach, alles heilen zu können, von Krebs bis zu Haarausfall.

Mit Knoblauch wurden auch Fleisch und Leichen konserviert, man härtete Stahl damit, er galt als Stärkungsmittel im Bett und auf dem Schlachtfeld, mit ihm hielt man Schädlinge von der Ernte und Vampire von Jungfrauen fern, und er war ein Symbol für die Einheit des Menschen mit dem Kosmos; schließlich trennte der Knoblauch im größten Teil der zivilisierten Welt die kleine, feine Oberschicht von der stark „duftenden“ Masse.

Knoblauch in der Geschichte

Der Duft von Knoblauch durchweht die Geschichte seit gut 6000 Jahren – sogar noch länger, wenn man der mohammedanischen Sicht folgt: Als der triumphierende Satan den Garten Eden verließ, wuchsen aus seinem rechten Fußabdruck Zwiebeln und dem linken Knoblauch. Überzeugte Knoblauchfans behaupten jedoch, dass Knoblauch die verbotene Frucht war, die das ganze Elend überhaupt auslöste. Es mag noch einige unaufgeklärte Menschen geben, die darauf beharren, dass der Geruch von Knoblauch in die Pariser Metro oder die Schnellimbissbuden der Mafia verbannt werden sollte, aber welches andere „Aroma“ hat so lange so vielen Menschen so viel bedeutet? Man nimmt an, dass Knoblauch aus den Wüsten Sibiriens kommt, von Nomadenstämmen via Kleinasien nach Ägypten gebracht wurde, von dort über Handelsrouten durch Indien zurück nach Ostasien und dann nach Europa gelangte.

Die Wirkung von Knoblauch

Phönizische Händler und wikingische Seeleute führten ihn auf ihren Reisen zur Stärkung und zur Behandlung von Krankheiten mit sich. Für all diese Kulturen, ob indisch, ägyptisch, babylonisch, griechisch, russisch, hebräisch oder chinesisch, war Knoblauch im täglichen Leben fast so wichtig wie Salz.

Knoblauch im Garten

Rezepte: Knoblauchroulade

Rinderrouladen und Knoblauch

In einem Topf 15 g Butter mit dem Mehl, Senf und Zucker zerlassen, einige Minuten umrühren, weitere 5 Min. köcheln lassen.

Ein tolles Rezept für alle die die Knolle der Gesundheit wegen mögen. Lesen Sie weiter alle Rezepte zu Knoblauchroulade…

Rezepte: Pan Bagna

pan bagna

Das obere Drittel vom Brot abschneiden und größten Teil des Teigs herauslösen (die Krümel können in anderen Rezepten verwendet werden).

Dieses Rezept von Knoblauchs Knolle versucht Knoblauchgeruch zu vermeiden. Lesen Sie weiter die Rezepte zu Brot und Knoblauch…

Rezepte: Nudelsalat

nudelsalat-mit-knoblauch

Nudeln mit Öl in reichlich kochendem Salzwasser 15-20 Minuten garen. Gut abtropfen lassen und restlichen Zutaten unter die noch warmen Nudeln rühren.

Für diesen Rezept brauchen Sie nur 2 Knoblauchzehen, lesen Sie hier weiter über die Zubereitung des Nudelsalat…

Rezepte: Millefoglie

Millefoglie

Teig dünn ausrollen und in 3 etwa 10 cm breite Streifen schneiden. Mehrfach mit einer Gabel einstechen und 7-10 Minuten backen, bis er aufgegangen und goldbraun ist. Hier brauchen Sie nur eine Knoblauchzehe… lesen Sie hier weiter alles über Millefoglie

Alle Kulturen lieben Knoblauch (Allium sativum)

Hätten die Herrschenden in Rom nicht so überheblich auf die scharfe Zwiebel, die das gemeine Volk so liebte, herabgeschaut, spräche man vielleicht heute noch von einem „Alliar“ (abgeleitet von allium = Knoblauch) und nicht von einem „Salär“ (abgeleitet von sal = Salz). Im alten Ägypten bekam man für rund 15 Pfund Knoblauch einen Sklaven; und bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts bezahlten die Sibirier ihre Steuern mit Knoblauch: fünfzehn Knollen für den Mann, zehn für die Frau und fünf für jedes Kind.

Für die Ägypter repräsentierte die Knoblauchknolle den Kosmos; die Außenhäute standen für die verschiedenen Stadien von Himmel und Hölle, die Anordnung der Zehen stellte das Sonnensystem dar. Der Verzehr symbolisierte daher die Einheit von Mensch und Universum, und nicht nur der Körper, auch die Seele bekam Nahrung. Kein Wunder, dass die Pyramidenbauer in den Streik traten, als ihnen ihre Knoblauchration vorenthalten wurde.

Knoblauch der vier Diebe

Man erzählt, dass während der Pest in Marseille 1721 eine mutige Diebesbande reich wurde, indm sie die toten Opfer ausraubten. Die Männer tranken Wein, in dem zerstoßener Knoblauch eingeweicht war, und schützten sich so vor Ansteckung. Die Mischung wurde als Vinaigre des Quatres Voleurs bekannt und ein beliebtes Heilmittel bei Erkrankungen der Atemwege und des Darms.

Zu Zeiten Horaz´ blickten die feinen römischen Familien verächtlich auf Knoblauch herab, während das niedere Volk ihn in großen Mengen verzehrte. Besonders beliebt war der Knoblauch bei den Soldaten, die ihn überall anpflanzten, daher wurde er bald ein Symbol für das Militär; jeder junge Mann aus guter Familie, der zu den Streitkräften wollte, bekam mit auf den Weg: „Allia ne comedas“ – iss ja keinen Knoblauch.

Doch was kann Knoblauch tatsächlich bewirken?

Ein beliebtes Gericht jener Zeit war moretum, eine Mischung aus zerdrücktem Knoblauch, Kräutern und Käserinde. Dieser nahrhafte und zweifellos stark riechende Vorgänger von Aiolo wurde durch Vergils gleichnamiges Gedicht unsterblich.

Marco Polo berichtete, dass die Chinesen Knoblauch benutzten, um rohes Fleisch zu konservieren sowie verdorbenes zu entgiften und seinen schlechten Geschmack zu überdecken. Die Ägypter verwendeten Knoblauch für die Mumifizierung und begruben ihn mit den Toten. Im Grabmahl Tutenchamuns fand man sechst Knoblauchzehen. Dagegen entdeckte man in präpharaonischen Grabstätten Knollen aus bemaltem Ton; sie sollten böse Geister abhalten, die die Seele auf ihrer Reise in das nächste Leben behindern könnten.

Die schützenden Kräfte des Knoblauchs gegen böse Geister, besonders den bösen Blick, dienten auch den Lebenden. Im modernen Ägypten feiert man immer noch ein Fest, bei dem Knoblauch gegessen und getragen wird; außerdem zerdrückt man ihn an Türrahmen und auf Fensterbänken, um feindselige Kräfte in Schach zu halten.

Diese Wirkung bewiesen die alten Juden zu ihrer eigenen Zufriedenheit. Ließ man eine geschälte oder zerschnittene Zehe über Nacht liegen, wurde sie schwarz, ein sicheres Zeichen dafür, dass sie alle „Dämonen“ aus der umgebenden Luft absorbiert hatte, und nicht nur mystische „Dämonen“: Die Juden des Mittelalters trugen in Zeiten der Pest Knoblauch in der Tasche und warfen den „infizierten“ Talisman dann fort. Sie hatten während ihres Aufenthalts in Ägypten Geschmack an der würzigen Knolle und den mit ihr verbundenen Geschichten gefunden, und die Bibel erzählt uns, wie sehr das Volk nach dem Auszug aus Ägypten den Mangel an Knoblauch beklagte (4. Buch Mose, Kap.11). Der Talmud stellt enthusiastisch fest, dass er sättigt, den Körper wärmt, das Gesicht strahlen lässt, den Samenfluss steigert und Bandwürmer tötet. Manche Menschen behaupten auch, dass er durch das Gefühl des Wohlbehagens, das er auslöst, die Liebe fördert und Feindschaft vertreibt, so der Talmud. Diese Leidenschaft für den Knoblauch trug ihnen bei den Römern den Spitznamen „die Stinker“ ein.

Wo immer Knoblauch Popularität genoss, war er ein Hinweis auf die Klassenunterschiede, verachtet von der feinen Gesellschaft – dem Adel und manchmal auch dem Klerus -, von den Massen dagegen als Nahrungsmittel und Medizin begrüßt. Das brachte den französischen Chemiker und Politiker Raspail dazu, ihn als „Kampfer für Arme“ abzutun. Derartige Überheblichkeit konnte sich als tödlich erweisen: Während einer Seuche 1608 in London pflegten zur Hilfe geeilte französische Priester die Kranken, ohne sich anzustecken, weil sie Knoblauch aßen; viele ihrer englischen Brüder dagegen starben.

Heutzutage gibt es den Knoblauch überall in Küchen, Gärten und Medizinschränken. Er entzweit nicht mehr, sondern ist ein großartiger Katalysator, der kreative Funke, der Liebhaber guten Essens in aller Welt vereint.

Knoblauch in Mythos und Sage

Außer der Küche ist der Knoblauch vermutlich als Abwehr gegen Vampire am bekanntesten. In Bram Stokers Dracula sorgt der Vampir-Experte Van Helsing dafür, dass Lucy, das auserwählte Opfer des Grafen, einen Kranz aus Knoblauchblüten trägt, gleichzeitig schafft er eine erste Verteidigungslinie, indem er Fenster, Tür und Kamin rundherum mit Knoblauch einreibt.

Die Bewohner Transsilvaniens – Herzstück des Vampir-Landes – stopften verdächtigen Leichen vor der Beerdigung Knoblauch in den Mund. Ein paar Zehen in der Geldbörse, so glaubte man, hielten die Hexen vom Gold fern, und in der Molkerei aufgehängt, verhinderte Knoblauch Störungen der Milchproduktion durch übernatürliche Kräfte. Wer jedoch Knoblauch verschenkte, der wurde auch vom Glück verlassen.

„Da! Knoblauch in deine Augen!“

In der Antike war Knoblauch Schutz für jene, die durch den bösen Blick am meisten verwundbar waren: Jungfrauen, Neugeborene (keine griechische Hebamme hätte ohne ordentlichen Knoblauchvorrat auch nur den Versuch einer Entbindung gemacht), Verlobte und Frischverheiratete. Tatsächlich konnte ja jeder Mensch irgendwann bösartigen Einflüssen ausgesetzt sein; und wenn das Schlimmste eintrat und in einem kritischen Augenblick kein Knoblauch zur Hand war, dann half, so glaubte man, auch der laute Ruf: „Da! Knoblauch in deine Augen!“

Die Griechen wehrten mit Knoblauch die Nereiden ab, eifersüchtige Meerjungfrauen, die zukünftige Ehefrauen und Schwangere verängstigten und bedrohten. Man hielt es auch für klug, an Wegkreuzungen Knoblauchhäufchen zu hinterlassen, um die Schicksalsgöttin Hekate zu besänftigen.

Bei Homer war es eine wilde Knoblauchart – Moly -, die verhinderte, das Odysseus von der Zauberin Circe in ein Schwein verwandelt wurde. Das Wundermittel erwies sich als so wirksam, dass sie sich, statt ih zu verzaubern, in ihn verliebte – ein weiterer Beweis, dass Knoblauch ein Aphrodisiakum ist.

Plinius der Ältere, der große römische Schriftsteller und Naturkundler, behauptete, dass Knoblauchsaft einem Magnet seine Kraft nimmt; in jüngerer Zeit gab es in Nordamerika merkwürdige Gerüchte über einen mexikanischen Stamm mit Knoblauchköpfen; und der Riesenknoblauch des Südwestens wurde für mehr als nur ein Zugunglück verantwortlich gemacht.